Von Martina Engemann, Sebastian Felkner, Lucille Liberra, David Niehus, Marie Strohmeier

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieso Facebook und Google unsere Daten sammeln? Wieso es auf Netflix nur eine begrenzte Anzahl an Filmen und Serien gibt? Oder auch warum Sie beim Arbeitgeber vielleicht ein Non- Disclosure – Agreement unterschreiben mussten?

Diese Fragen und viele weitere Aspekte über Wissen beantwortete Prof. Dr. Karsten Weber in seinem Vortrag zu “Informationsnachhaltigkeit” im Rahmen der Ringvorlesung “Interdisziplinäre Facetten der Nachhaltigkeit” von der OTH Regensburg.  

Nachhaltigkeit umfasst neben der Ökologie auch die Dimension der Ökonomie und des Sozialen. Hinsichtlich der Informationsnachhaltigkeit stellen sich vor allem Fragen der sozialen sowie ökonomischen Nachhaltigkeit. Die Frage der Nachhaltigkeit kommt hier zum Tragen, da Wissen als ein begrenztes Gut betrachtet werden kann: Aus einem eigentlich rein öffentlichen Gut wurde, durch Förderpolitik und Regulierungen ein Privat- bzw.  Club- oder Mautgut. Der Zugang wurde somit limitiert und die Ressource “Wissen” verknappt. 

Dies geschah insbesondere dazu, um Anreize für die Nachschaffung und Bereitstellung von Wissen zu schaffen. Es muss rentabel sein, Informationen und somit Wissen zu schaffen, denn Produktion und Bereitstellung sind immer mit Kosten verbunden. Aufgrund mangelnder Konkurrenz hat sich allerdings der Zugang zum ehemaligen Gemeingut Wissen zunehmend verteuert, wie folgendes Zitat deutlich macht: „Mit wissenschaftlichen Wissen können Renditen generiert werden, die sonst nur im Drogenhandel möglich sind“. 

Aber wieso ist Wissen derart wichtig, dass solche hohen Renditen generiert werden können? Es ist die Verflechtung von Wissen mit Wirtschaft und Politik. “Wissen ist Macht” ist heutzutage real. Wissen dient zur Entscheidungsgrundlage für Politiker sowie Unternehmen. Auch für Einzelpersonen ist Wissen sehr wichtig, gerade in Hinsicht auf den Arbeitsmarkt.

Die Aufgabe, einen ökonomisch möglichst barrierefreien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen als Teil der Informationsnachhaltigkeit zu gewähren ist laut Prof. Dr. Weber eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Und keine Revolution geht ohne Verluste einher – wie Malcom X schon sagte: “There is no such thing as a nonviolent revolution”. Es bleibt also spannend, wie sich Informationsnachhaltigkeit künftig entwickeln wird. 

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